Mehrere Schocks im Krankenhaus für Patientin

vom 07.10.2012, 17:51 Uhr

Letztens im Krankenhaus klopfte es an der Tür und ein Mann betrat den Raum. Er guckte sich suchend um und meinte, er hätte sich verirrt und entschuldigte sich.

Als die Tür wieder zu war, begann meine Nachbarin zu lachen und konnte kaum aufhören. Ich sah sie fragend an und sie begann zu erzählen. Ich muss hier vorausschicken, dass es sich um eine in Sachsen geborene und in Thüringen gelebte Frau handelte, die nun in NRW mit ihrer Familie lebt. Ich konnte nicht alles immer sofort verstehen und musste manchmal nachfragen. Ihr Dialekt war irgendwie goldig und sie selbst sehr nett.

So erzählte sie, wie sie in Thüringen im Krankenhaus gelegen hatte und ihrer Nachbarin einige kuriose Dinge passiert sind. Ihre damalige Nachbarin war eine jüngere Frau, die blind und fast taub war. Diese Frau tat ihr wirklich leid, weil sie einiges über sich ergehen lassen musste.

So ging auch eines nachts die Tür des Krankenzimmers auf. Im Schein des Ganglichtes konnte sie einen nackten älteren Mann erkennen, der auf das Bett ihrer Nachbarin zu ging und sie drückte sofort die Klingel. Der Mann versuchte, über das hochgestellte Bettgitter zu klettern. Als er angesprochen wurde und gebeten, sofort zu gehen, meinte er, er suche sein Nest. Dann kam auch schon die Nachtwache, die sich Hilfe holte. Der Mann war geistig geschädigt. Für die junge Frau war das eine schlimme Sache, weil sie das alles nicht zuordnen konnte und sich bedroht fühlte, was ja auch so war.

Leider war das nicht die einzige schlechte Erfahrung, die sie machen musste. Für die Station war eine ausländische Ärztin zuständig, die nicht gut der deutschen Sprache mächtig war. Diese kam und wollte der blinden, jungen Frau Blut abnehmen. Die Ärztin machte sich nicht bemerkbar, sondern griff nach dem Arm und wollte Blut abnehmen. Die junge Frau hatte sich so erschrocken und fuchtelte mit den Armen und schlug um sich. Das war verständlich! Daraufhin fing die Ärztin an zu schimpfen und schmiss die Spritze weg. Meine Bettnachbarin hat der Ärztin dann gesagt, dass sie versuchen muss, ihrer Nachbarin erst einmal zu erklären, was sie von ihr wollte. Doch diese hatte wohl für außergewöhnliche Abläufe kein Verständnis. Sie verließ schimpfend das Krankenzimmer.

Ich finde es einfach unmöglich, Menschen, die auf irgendeine Art behindert sind, so zu behandeln. Etwas Fingerspitzengefühl kann man auch von einer Ärztin erwarten. Oder seht ihr das anders?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Was soll man denn darauf antworten? Dass es natürlich okay ist, Menschen mit Behinderungen herum zu schubsen, ihnen Erklärungen zu verweigern und generell darauf zu pochen, dass es keine Extrawürste gäbe? Schließlich sei man ja nicht daran schuld, dass Person X nichts sehen kann oder einen Rollstuhl braucht. :x Gerade im Krankenhaus geht es manchmal doch etwas rau oder chaotisch zu, da machen selbst Menschen, die im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind, einiges mit, und die sind in einem Krankenhaus meistens in der Minderheit.

Natürlich kann es vorkommen, dass manche Informationen über Patienten in dem ganzen Papierkram untergehen, aber dann sollte man sich als Mitarbeiter oder Arzt gefälligst entschuldigen und nicht herum zicken. Aber einerseits ist Arzt ein stressiger Beruf und andererseits habe ich auch den Eindruck, dass dieser Job auch Leute anzieht, die ganz miese Manieren haben und sich wie Götter gebärden. Und verlaufen habe ich mich schon als Besucher im Krankenhaus ein paar Mal, da kann ich schon verstehen, dass man versehentlich im falschen Zimmer landet.

» Gerbera » Beiträge: 11335 » Talkpoints: 53,75 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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