Buntheit als Paarungskriterium bei Vögeln

vom 30.12.2011, 00:51 Uhr

Wenn Tiere eine sehr bunte Färbung haben, so heißt es oft, habe das natürlich irgendeinen Zweck, denn nichts sei in der Natur einfach nur Zufall. So kann eine grelle Farbe ein Hinweis für reale Giftigkeit sein, in manchen Fällen aber auch bloß Tarnung in der Form, dass das Tier vorgibt, giftig zu sein, oder einem giftigen Tier zu ähneln, um sich somit Fressfeinde vom Hals zu halten.

Bei anderen Tieren, bei denen Giftigkeit nicht unbedingt eine Rolle spielt, ist es so, dass bei der Partnerwahl, jedenfalls bei einen Arten, dem Männchen mit der buntesten Farbe der Vorzug gegeben wird. Ich frage mich nur, warum. Natürlich kann man es einfach als Tatsache hinnehmen, dass es einfach zufälligerweise so sei, dass bestimmte Tiere bestimmte "Schönheitsideale" hätten, nach denen sie sich bei der Wahl eines anderen Tieres zur Paarung richten. Aber logisch betrachtet lässt dieses Beispiel mit den farbenprächtigen Vögeln zumindest bei mir einige Fragen offen.

Ein sehr buntes Aussehen zieht ja eigentlich auch Aufmerksamkeit auf sich. Das würde heißen, dass ein bunter Vogel durch Fressfeinde, sofern diese denn zum Farbsehen fähig sind, leichter erkannt und gefressen werden könnte. Würde sich nun ein Weibchen mit so einem sehr bunten Männchen paaren, würde sich diese Buntheit wahrscheinlich auch auf den Nachwuchs vererben, und das kann ja eigentlich kein wünschenswerter Aspekt sein, der für die Paarung spricht!

Denn die Nachkommenschaft soll ja keine leichte Beute sein, sondern möglichst überleben und sich weiter fortpflanzen und die Elterngene weiter, von Generation zu Generation, verbreiten können. Da spielt es eigentlich auch keine Rolle mehr, dass ein sehr bunter Vogel, der lange überleben konnte, ja seine Buntheit mit irgendwelchen anderen Attributen kompensiert haben müsste, sodass er eben trotzdem nicht gefressen wurde. Sei es Geschicklichkeit oder Schnelligkeit, die ihn bisher gerettet haben, aber die vererbt sich ja nicht zwangsläufig auf die Jungtiere weiter.

Salopp gesagt: Die könnten ja auch bunt werden, bei durchschnittlicher Geschicklichkeit und Schnelligkeit, und dann wären sie eine sehr leichte Beute, was dann ja wieder nicht erstrebenswert wäre. Wieso also ist bei einigen Vogelarten Buntheit ein wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl, obwohl diese Buntheit doch eigentlich nur Risiken beim Leben bedeutet, die man seiner Nachkommenschaft also ungern weitervererben wollen dürfte?

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich würde sagen, dass das auch mit dem Gesundheitsstatus zu tun hat. Schon bei den Menschen ist es ja so, dass wir bei Krankheit eben besonders fahl und blass im Gesicht aussehen und eben unnatürlich kränklich. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei Vögeln auch Krankheiten gibt, wodurch die Federn eher fahl und brüchig aussehen und farblos werden. Das wirkt sich dann natürlich auch auf das Paarungskriterium bei Weibchen aus.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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