Wie sinnvoll sind Aktienfonds zur Altersvorsorge?
Ich bin derzeit auf der Suche nach einer guten Möglichkeit, mir eine private Altersvorsorge aufzubauen. Zwar bin ich jetzt schon viele Jahre als Arbeitnehmer beschäftigt und kann dementsprechend auch mit einer gesetzlichen Rente rechnen, jedoch müsste ich ohne zusätzliche private Vorsorge im Alter finanzielle Einbußen hinnehmen.
Interessant finde ich, zumindest im Moment, die Möglichkeit der Altersvorsorge in Aktienfonds. Wie sinnvoll ist diese Form der Altersvorsorge und handelt es sich dabei um eine sichere Geldanlage? Was muss oder sollte man sonst noch zu dieser Form der privaten Altersvorsorge wissen?
Aktienfonds zur Altersvorsorge stellen meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit dar, die finanzielle Lücke, welche mit dem Eintritt ins Rentenalter entsteht, zu schließen. Mit Aktienfonds kannst du hohe Gewinne für deine Rente erwirtschaften. Im Durchschnitt kann bei Aktienfonds mit Gewinnen in Höhe von neun Prozent je Jahr gerechnet werden. Allerdings steigt mit der Höhe der Gewinne auch das Risiko.
Deshalb sollte auf die richtige Anlage der Fonds geachtet werden. Das Risiko lässt sich zum Beispiel minimieren, wenn die Fonds gut verteilt in verschiedenen Ländern angelegt werden. Zudem ist es sinnvoll, Aktienfonds mindestens für zehn Jahre anzulegen. Das Ende der Anlage sollte nicht an einem bestimmten Stichtag auslaufen müssen, denn nur so kannst du bei Gewinneinbrüchen noch etwas warten, um keine Verluste hinnehmen zu müssen.
Nenne mich meinetwegen einen Spießer, aber man sollte auch bei Aktienfonds eine gewisse Menge Skepsis walten lassen. Bei Aktienfonds gibt es solche und solche. Und an der Börse gilt eben immer noch der Lehrsatz, dass einhundert Prozent Gewinn nur sehr schwierig aber einhundert Prozent Verlust sehr leicht zu machen ist. An der Börse sollte man meiner Meinung nach nur investieren, wenn man das Geld übrig hat und es kein bisschen weh tut, wenn man es verliert. Da eine Altersvorsorge eine Rücklage für Zeiten ist, wo man das Geld dringend wieder benötigt, widerspricht das eigentlich dieser Vorsichtsmaßregel.
Ich kenne auch Leute, denen zu, Ende der 90er Jahre reichlich todsichere Geschäfte mit Aktienfonds aufgeschwatzt wurden von angeblich ganz tollen Bankberatern. Tja, was damals die Berater nicht ahnen konnten: Nach dem Anschlag auf das World Trade Center gingen plötzlich viele Aktienkurse in den Keller, dann platzte noch die dotcom-Blase und die Bekannten hatten in kürzester Zeit Rekordverluste gemacht mit Aktien, die man ihnen damals als solide Wertanlage aufgeschwatzt hat. Der letzte Börsencrash 2008 ist auch noch nicht so lange her und im Moment ist die Weltwirtschaft sowieso mehr ein Pulverfass, das jeden Moment außer Kontrolle gehen kann. Wenn man nicht super viel Ahnung in Finanzdingen hat, würde ich eher ungern in Fonds investieren.
Ich würde mir im Moment für die Altersvorsorge lieber irgend etwas besorgen, was garantiert Werterhaltend ist. Bei Gold wird auch so viel spekuliert und der Goldpreis ist momentan enorm hoch. Ich würde mir eher klassische Edelsteine wie Diamanten, Smaragde, Rubine oder ähnlich hochpreisige Edelsteine kaufen. Gegen so etwas bekommt man auch in schlechten wirtschaftlichen Zeiten einen soliden Gegenwert. Alternativ würde ich versuchen irgendwie Wohneigentum zu erwerben. Selbst wenn die Immobilie nicht mehr so viel wert ist, wenn ich alt bin, dann habe ich immer noch ein Dach über den Kopf und muss im Ernstfall nicht auf der Straße wohnen oder spare mir die Mietausgaben.
Allen Skeptikern zum trotz, wer wirklich sinnvoll für das Alter vorsorgen will kommt nicht um Aktienfonds herum. Was gibt es denn für Alternativen? Eigentlich gar keine. Die gängigen Tagesgeldprodukte und Sparbriefe, ebenso die Bundesschatzbriefe werfen eine Rendite ab die gerade einmal die Inflation ausgleichen. Alle staatlich geförderten Sparmöglichkeiten unterliegen starken Restriktionen und sind bei den geforderten Kosten zu hoch, ich erinnere nur an die stark beworbene Riesterrente. Hier muss man als Sparer ein biblisches Alter erreichen damit man seine Auszahlungen wieder heraus bekommt, wer immer wenig verdient hat wird zusätzlich damit abgestraft dass die spätere Riesterrente mit der Grundsicherung verrechnet wird. Dann hätten wir noch die klassischen Lebensversicherungen, auch hier sind die Renditen mehr als mickrig. Bausparverträge wären noch eine Alternative, aber hier auch nur als Anlageform in Aktienfonds. Ansonsten muss so ein Bausparvertrag immer wohnwirtschaftlich verwendet werden. Dann hätten wir noch das Betongeld, also Immobilien. Bloß, so ein Haus muss man sich auch leisten können, wer gerade so die Raten abdrücken kann der kann auch kaum Rücklagen bilden. Gold, das wäre vielleicht noch eine gute Idee. Aber nicht bei den derzeitigen Höchstpreisen und als alleiniges Mittel zur Altersvorsorge.
Da bleiben eigentlich nur die klassischen Aktienfonds, und wer es ein bisschen sicherer mag, die Rentenfonds, übrig. Ich vertraue normalerweise nicht den Statistiken, aber hier muss ich einfach sagen dass die Aktienfonds im Durchschnitt mathematisch gesichert ungefähr acht Prozent Gewinn abwerfen. Hier ist natürlich erforderlich dass man nicht wild drauf los kauft sondern sich wirklich von einem Fachmann beraten läst. Gute Fonds die über Jahre solide wirtschaften erkennt man an den vergebenen Sternen. Auch muss so ein Investment immer sehr breit gestreut werden, also deutsche, internationale und europäische Unternehmen, dazu noch ein paar Rohstoffe, Zertifikate und so weiter.
Vor den Turbulenzen an der Börse darf man sich einfach nicht fürchten. Sicherlich ist es ärgerlich wenn man in seinem Depot plötzlich vom Wert her nur noch die Hälfte seiner Einlagen sieht, aber das gleicht sich immer wieder aus. Außerdem profitieren hier die regelmäßigen Sparer wieder vom Durchschnittspreis. Wer einmal im Monat kauft bekommt dann eben mehr Anteile für sein Geld. Bei meiner Bank zum Beispiel kann man Sparpläne einrichten die monatlich, je nach Vereinbarung, mindestens 25 Euro einziehen. Auch kann man Sparpausen jederzeit ohne zusätzliche Kosten einrichten oder je nach Laune auch zusätzlich Anteile kaufen. Auch kann man im Alter wieder gegen steuern und sein Depot umschichten in dem risikoreichere Papiere gegen andere Produkte umgetauscht werden die nicht so viel Rendite versprechen, dafür aber sicherer sind. Ich denke da zum Beispiel an Rentenfonds oder Garantiezertifikate. Bei den Aktienfonds als Geldanlage kann man eigentlich nichts falsch machen wenn man einige dieser Grundregeln beachtet. Die langen Laufzeiten gleichen das alles wieder aus.
Bloß mal als weiteres Beispiel. Vor fünf Jahren kaufte ich mir ein paar Rohstoff-Garantiezertifikate die die Einzahlung zu 90 Prozent garantierten, aber auch vielversprechende Chancen offerierten. Jetzt sind die Zertifikate fällig geworden und sie haben nach der fünf Jahren Laufzeit etwas über 60 Prozent Rendite abgeworfen. Das waren dann also 13 Prozent Gewinn pro Jahr, und das in diesen turbulenten Zeiten. Leider hat die Abgeltungssteuer voll zugegriffen, trotzdem ich das ganze Risiko trage musste ich das Finanzamt mit 25 Prozent am Gewinn plus Solidaritätszuschlag beteiligen. Das schmälert schon deutlich den Spaß, aber leider kommt man da als normaler Arbeitnehmer nicht darum herum.
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