Sollten Erwachsene immer eigene Entscheidungen treffen?

vom 24.07.2015, 12:04 Uhr

Ich las vor einigen Tagen von einer jungen 23-jährigen Frau, die wohl eine Krankheit hatte. Sie hatte ein sehr großes Verlangen nach Essen und hat es nahezu unkontrolliert in sich gestopft. Die Krankheit trägt wohl den Namen Prader-Willi-Syndrom.

Diese junge Frau hat vorher bei ihrer Mutter gelebt, die ihren Nahrungskonsum immer kontrolliert hat, was auch verständlich ist. Denn bei unkontrolliertem Essen nimmt man zu und da lassen Krankheiten wie Diabetes etc. nicht lange auf sich warten: Es ist durchaus verständlich, dass eine Mutter nur das Beste für ihr Kind möchte und es deswegen ein wenig kontrollieren möchte. Die junge Frau soll dieses Syndrom gehabt haben seitdem sie 2 Jahre alt war.

Die junge Frau zog jedoch in ein betreutes Wohnheim, in dem die Betreuer sie alles essen ließen was sie wollte und so viel sie wollte. Sie aß sich also im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode, denn ihr Herz versagte irgendwann. Letzten Endes wog sie bei einer Größe von 1,42m 160kg, was schon enorm viel ist. Die Mutter gibt den Betreuern die Schuld, weil die keine Grenzen gesetzt haben. Die Betreuer dagegen sind der Ansicht, dass jeder Mensch selbst entscheiden sollte was er tun und was er lassen möchte. Klick.

Ich weiß, dass dieser Fall schon extrem ist, aber wie seht ihr das? Sollte jeder Erwachsene grundsätzlich selbst Entscheidungen treffen dürfen und dafür die Verantwortung übernehmen? Oder ist so eine Krankheit wie in diesem Fall aus eurer Sicht eine Ausnahme?

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Also bei betreutem Wohnen sagt es doch schon der Name, dass die Betreuer da schon auch ein Auge mit drauf hätten werfen müssen, da gebe ich der Mutter zu 100% recht, denn wenn sie alleine auf sich aufpassen hätte können, da wäre sie sicher nicht in so ein Wohnheim gekommen und hätte alleine gewohnt.

Ich denke sogar das sie da rechtlich gegen Ankämpfen könnte, denn die Betreuer werden doch dafür bezahlt und sie haben ihre Aufsichtspflicht verletzt, auch wenn die Frau schon volljährig war und egal welche Krankheit.

Ich finde denn Fall wirklich unglaublich, verstehe aber auch nicht, weshalb die Mutter ihre Tochter nicht woanders hingegeben hat.

» laraluca » Beiträge: 1068 » Talkpoints: 9,76 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich würde bei betreutem Wohnen auch erwarten, dass die Betreuer wissen, warum die einzelnen Personen die Betreuung benötigen und in dem Fall eben mit drauf schauen, dass die junge Frau nicht unkontrolliert essen kann. Ich hätte auch gedacht, dass in so einem Moment geklärt wird, warum jemand betreutes Wohnen benötigt und dass dann mit den Betreuern vielleicht auch ein Vertrag geschlossen wird.

Das scheint ja in dem Fall nicht so gewesen zu sein und vielleicht war das auch gar nicht möglich, weil die junge Frau eben kein Kind mehr war, sondern schon erwachsen. Es ist sicher nicht so einfach, auch als Betreuer einer erwachsenen Person Vorschriften zu machen und darum ist das vielleicht auch nicht passiert. Darum kann ich in dem Moment schon beide Seiten ein Stück weit verstehen, auch wenn es für die Mutter natürlich besonders hart ist, weil sie die Tochter in guter Obhut dachte.

» Barbara Ann » Beiträge: 28945 » Talkpoints: 58,57 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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