Sergio Canavero - Hochstapler oder Genie?
Der italienische Chirurg Sergio Canavero macht seit einigen Monaten Schlagzeilen. Er behauptet nämlich, dass er erfolgreich den Kopf eines gesunden Menschen auf einen leblosen Spenderkörper transplantieren könnte. Die Operation sei zwar total aufwendig, weil eben auch Nervenbahnen, Blutgefäße etc. erst getrennt und dann wieder zusammengefügt werden müssen, aber es sei machbar. Angeblich soll so ein Experiment schon an einem Affen durchgeführt worden sein, wobei der Affe etwa 8 Tage nach der Operation gestorben ist. Klick
Es haben sich schon etliche Freiwillige gemeldet, die sich für so eine Operation zur Verfügung stellen wollen. So ist auch ein Russe dabei, der eine genetische Erkrankung hat und deswegen auf den Rollstuhl angewiesen ist. Er sagt selbst, dass seine Lebensqualität sich durch diese Operation nur verbessern kann, egal wie das Ergebnis dieser Operation sein wird.
Ich habe vor einigen Wochen einen Bericht im Fernsehen über diesen Arzt gesehen und es wurden auch andere Chirurgen interviewt. Dabei hat sich heraus gestellt, dass dieser Arzt eher eine Art Phantom ist. Sogar in dem Krankenhaus, in dem er angeblich bis vor einigen Jahren für längere Zeit gearbeitet haben soll, gibt es niemanden, der sich an ihn erinnern will. So soll auch nicht bekannt sein, wo er Medizin studiert hat und im Prinzip weist sein Lebenslauf große Lücken auf und man weiß kaum etwas über ihn. Es wurden auch schon Theorien geäußert, dass er nur ein Hochstapler sei, der nur Aufmerksamkeit haben will und dass das ganze sowieso nicht funktionieren würde, weil es eben nicht möglich sei, einen Kopf auf einen neuen Körper zu transplantieren.
Mich würde mal interessieren wie ihr darüber denkt. Meint ihr, dass der medizinische und technische Fortschritt so weit ist, dass wir mittlerweile problemlos zu solchen Operationen in der Lage wären? Oder denkt ihr, dass das ganze eher ein Hirngespinst und nie möglich sein wird? Findet ihr es merkwürdig, dass man so wenig über den Lebenslauf des Arztes weiß, der diese Operation so medienwirksam inszeniert hat?
Gott ist das gruselig, aus zwei Sterbenden einen neuen Menschen basteln. Mein Vorbehalte gegen Organspende multiplizieren sich gerade, bei allem Verständnis für den schwerkranken Russen, der auf einen neuen Körper hofft. Ist so ein Dr.-Frankenstein-Experiment denn nicht ein genauso bedrohliches Szenario wie ein schlichtes Sterben?
Wenn es bei dem Affen nicht funktioniert hat, wird es beim Menschen auch nicht auf Anhieb funktionieren, aber damit ist nur ein Aspekt gestreift.
Sind wir Menschen wirklich so teilbar in funktionierende und totkranke Körperteile? Bei allem, was mir an meinem Körper vielleicht auch nicht gefällt, die Vorstellung mit dem Körper eines anderen weiterzuleben, ist sicher mehr als merkwürdig. Vielleicht kann sie auch zu Identitätsstörungen führen? Wie bereits gesagt, falls es überhaupt klappen würde.
Daneben ist es merkwürdig, dass man offenbar so wenig über den italienischen Chirurg weiß, da gebe ich dir recht.
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