Pharmaindustrie verstaatlichen eine Lösung?

vom 22.03.2016, 21:58 Uhr

Normalerweise bin ich aus Gründen des Wettbewerbs und anderen Erwägung gegen eine staatliche Lösung bei den meisten Zweigen. Die Bahn, die Post, das sind für mich Beispiele, wo eine Privatisierung sinnvoll war. Allerdings gibt es für mich Grundrechte im Leben eines Menschen, wo der Staat meiner Ansicht nach schützend die Hand drüber legen sollte. Das Recht auf angemessene medizinische Behandlung, aber auch der Fortschritt im Gesundheitsbereich, betreffen diese Grundrechte.

Immer wieder kommt es vor, dass es zwischen Krankenkassen und der Industrie zu groß angelegten Preiskämpfen kommt, manchmal nicht zuletzt auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen, wie letztes Jahr bei einem neuen, sehr erfolgreichen Insulin geschehen. Dieses hatte in der praktischen Handhabung im Alltag für Diabetiker entscheidende Vorteile, wurde aber hierzulande alleine aufgrund der Preispolitik der Pharmaindustrie vom Markt genommen, weil die Kassen es nicht zahlen wollten.

Das ist natürlich nur eines von ganz vielen Beispielen. Aber eben aus jenem Grund sollte es meiner Meinung nach neben der privaten Industrie in diesem Sektor auch groß angelegte staatliche Projekte und kostendeckend wirtschaftende Großkonzerne geben, um die Preispolitik und Raffgier der großen pharmazeutischen Giganten zerschlagen zu können.

Warum gibt es das nicht? Hat meine Idee einen Denkfehler? Will der Staat sich vielleicht nur einfach nicht mit den Riesen anlegen bzw. fürchtet er um irgendwelche Pfründe? Oder wäre er mit dieser Aufgabe überfordert? Welche anderen Gründen könnte es geben?

» Verbena » Beiträge: 4996 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Eine mögliche Begründung ist, dass die Pharmaindustrie gar nicht so böse ist, wie sie immer dargestellt wird. Immer wieder ist von Gier die Rede, aber machen den Pharmakonzerne so viel mehr Gewinn als andere Konzerne? Und wenn man einen Pharmakonzern verstaatlicht, wer soll das denn bezahlen? Schließlich kann der Staat die Eigentümer nicht einfach ohne Rechtsgrundlage mal enteignen, zumal viele Eigentümer im Ausland sitzen.

Und muss der Staatskonzern nicht auch einen entsprechenden Gewinn machen, damit der Staat nicht von den Steuerzahlern attackiert wird? Kann der Staat es also überhaupt so viel besser machen? Ich glaube nicht. Er könnte vielleicht die gesetzlichen Grundlagen ändern, um die Probleme zu bekämpfen, aber eine Verstaatlichung ist nicht der richtige Weg.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich finde, dass es falsch war die Grundlagen der Versorgung dieser Gesellschaft zu privatisieren. Dazu gehört für mich die Post, die Telekom, die Deutsche Bahn. Als nächstes sollen auch noch die Wasserwerke und damit die Trinkwasserversorgung privatisiert werden. Das kann doch nur im Chaos enden. Bei uns werden zum Teil sogar die staatlichen Krankenhäuser privatisiert und seitdem geht es mit der Qualität der medizinischen Versorgung bergab, weil private Unternehmen nur Profit im Kopf haben und viele Leistungen nicht umgesetzt werden, weil es sich nicht lohnt.

Man denke an die Energieriesen. Eine Verbesserung der Infrastruktur lohnt sich nicht, das muss der Staat machen, aber die Gewinne daraus bleiben privat. Welche Logik ist das denn? Entweder ganz oder gar nicht. Die Privaten picken sich nur die Rosinen raus und der Rest fällt auf die Steuerzahler.

Daher wäre es für mich sinnvoll, die ganze Versorgung wie Pharmaindustrie, Deutsche Bahn, Telekom etc. wieder zu verstaatlichen, wobei das nie passieren wird, also muss man damit leben.

» Esri » Beiträge: 485 » Talkpoints: -0,11 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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