Nur Blutspenden gehen, wenn es Geld dafür gibt?
Eine Bekannte ist Studentin und hat auch einen Nebenjob, um sich das Studium zu finanzieren und ihren Eltern nicht auf der Tasche zu liegen. Nun hat sie auch mal Extrawünsche und möchte sich außer der Reihe dies und jenes leisten.
Dadurch ist sie dann auf die Idee gekommen, dass sie ja zum Blutspenden gehen könnte, da manche Einrichtungen dafür ja durchaus etwas bezahlen. Nun ist es ja so, dass man mindestens 50 Kilo wiegen muss, um dort spenden zu dürfen. Diese hat meine Bekannte jedoch nicht und alle möglichen Tricks aufgewendet, um diese auf der Waage bei dem Vorgespräch zu haben. Sie hat ihre Kleidung und Schuhe angelassen und hat viel getrunken und ist nicht auf die Toilette gegangen und hat auch ihren Hausschlüssel in der Tasche gelassen.
Sie hat es dann auf jeden Fall gerade so auf die 50 Kilo geschafft und wurde dann auch zum Spenden zugelassen. Allerdings forderte der Ganze Unsinn natürlich seinen Tribut und am Ende musste sie eine Infusion bekommen, weil sie sonst doch kollabiert wäre.
Ich frage mich, ob es das wirklich wert ist, wegen 25 Euro so einen Blödsinn zu veranstalten und eine Ohnmacht zu riskieren. Ich finde es auch ein bisschen komisch, dass die Ärzte sie dort zum Spenden zugelassen haben. Immerhin sieht man schon, dass sie nicht besonders viel Gewicht auf die Waage bringt. Ist es nicht sinnvoller Blut spenden zu gehen, um helfen zu wollen und nicht nur des Geldes wegen?
Mir ist es eigentlich unbekannt, dass man noch Geld für das klassische Blutspenden in Turnhallen oder Zelten bekommt. Wenn man hier eine Stelle des Roten Kreuzes aufsucht, dann bekommt man dafür ein kleines Geschenk und darf hinterher am Buffet essen bzw. man wird gezwungen hinterher etwas zu essen, vorher wird man gar nicht weggelassen.
Geld gibt es eigentlich nur noch für die Plasmaspende, da diese aufwendiger ist aber eben auch nicht in den mobilen Stationen angeboten wird, sondern man sich dafür direkt zu einer Blutbank begeben muss. Die Kriterien dafür sind deutlich strenger, und dort würde auch niemand zugelassen werden, der diese nicht erfüllt.
Wieso sollte man eigentlich immer etwa tun, damit man anderen helfen kann? Ich finde das sehr naiv gedacht und entsprechend kann ich schon verstehen, dass man für diese Leistung dann eben auch entsprechende Aufwandsentschädigung haben möchte. Nicht jeder kann eben etwas mit einem sinnlosen Geschenk wie einer Uhr oder einem Taschenkalender anfangen und auch das Buffet was angeboten wird, ist nicht immer das beste. Mit 25 Euro bin ich in der Hinsicht deutlich flexibler, davon kann ich mehrere Tage Essen kaufen und nicht nur einmal am Buffet essen und mir auch im Zweifel zwei Uhren kaufen.
Sicherlich gibt es viele die Blut spenden gehen, nur damit sie anderen helfen. Aber was dabei auch vergessen wird, es steckt zwar Arbeit und auch Kosten dahinter aber trotzdem verdienen die Organisationen daran nicht schlecht, denn das Blut wird den Krankenhäusern nicht unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Was für einen solchen Beutel mit Blut genommen wird, ist weit aus mehr als die Aufbereitung, Lagerung und den Personaleinsatz kostet. Seltene Blutgruppen liegen dabei vom Preis her noch höher, obwohl der Aufwand genau der gleiche ist wie für häufigere Blutgruppen.
Ich habe noch eine Sperre zum Blutspenden aufgrund von verschiedenen Medikamenten und Vorerkrankungen, dass ich frühstens erst ab nächstem Jahr wieder zugelassen bin. Ich habe eine seltene Blutgruppe und sehe es auch nicht ein, dass ich diese umsonst abgebe und war vorher auch nie beim Roten Kreuz spenden, obwohl ich dort selbst arbeite. Sondern ich habe mich direkt an die Blutbanken gewendet, die dafür noch eine Aufwandsentschädigung bezahlen.
Mein Partner war immer beim Roten Kreuz spenden, aber auch das war nicht ohne eigene Hintergedanken. Wer dort zum Blut spenden geht, der bekommt pro Spende einen Tag Sonderurlaub sowie den Nachmittag am Tag der Blutspende frei. Entsprechend nimmt er dort auch jeden Termin wahr, denn wer kann den zusätzlichen Urlaub nicht gut gebrauchen der auch eine Form der Aufwandsentschädigung darstellt.
Natürlich klingt es im ersten Moment ein bisschen weltfremd, wenn man hört, dass sie dann Infusionen gebraucht hat und das wegen einer verhältnismäßig kleinen Summe. Dennoch gibt es eben Menschen, denen es ganz schlecht geht und die auch 25 € brauchen, weil sie sonst nichts essen können.
Mir ist aber auch nicht bekannt, dass es dafür Geld geben sollte. Ich habe mal gehört, dass es da Kinogutscheine gibt, aber sonst wusste ich nicht, dass man da auch Geld bekommen kann. Sicherlich ist das aber auch ein gewisser Anreiz und man braucht diese Spenden ja.
Für mich hört es aber wirklich auf, wenn man sich körperlich in Gefahr begibt. Die Richtlinien mit dem Gewicht bestehen ja nicht umsonst. Das ist auch einer der Gründe, warum ich kein Blut spenden kann. Zudem wird mir extrem schwindelig, wenn ich Blut abgenommen bekomme, was mehr als eine Ampulle ist. Nur das Geld sollte aber auch kein Anreiz sein, selbst wenn man Geld braucht.
Man kann sich als Student ja auch anders über Wasser halten. Man kann in den Semesterferien arbeiten gehen oder auch am Wochenende. Jobs gibt es für Studenten doch an jeder Ecke. Zudem bekommt man da ja auch mehr Geld als beim Blut spenden.
In Zelten oder Turnhallen gibt es auch kein Geld dafür, da hat Sorae recht. Aber es gibt noch Institutionen, die Geld dafür geben. Ein damals zu Studienzeiten heiß gehandelter Tip war das Blutspenden bei Haema. Damals zumindest gab es noch 20€ pro Blutspende, aber ich glaube mittlerweile hat sich das geändert. Ich habe vorhin auf dieser nachgesehen, wo man eben auch erkennen kann, wo sich die Blutspendezentren je nach Bundesland befinden und mittlerweile steht da nur noch was von wegen Gutscheine sammeln und so. Wie lange diese Änderung jedoch schon existiert kann ich nicht sagen.
Ich weiß aber aus zuverlässiger Quelle, dass die Unikliniken Geld für die Blutspende geben. Ich bin dort mehr oder weniger Stammkunde und bekomme pro Blutspende 25€. Noch dazu wird das Parkticket entwertet, man kann trinken so viel wie man will und man bekommt eben auch etwas zu Essen und wird ohne gar nicht nach Hause gelassen. Ich fühle mich dort viel besser aufgehoben als beim Roten Kreuz, da auch viel mehr Ärzte und dergleichen vorhanden sind.
Ich hatte eigentlich auch gedacht, dass es für Blutspenden kein Geld mehr gibt, sondern nur noch für Plasmaspenden. Hier in der Gegend habe ich so etwas jedenfalls schon lange nicht mehr gesehen. Mir geht es ähnlich, dass ich gerne mal Blut spenden würde, aber auch nicht 50 Kilogramm wiege und es darum nicht darf. Aber mir geht es nicht um das Geld, sondern primär ums Helfen und ich würde auch gerne mal meine Blutgruppe erfahren.
Auf jeden Fall würde ich aber nun nicht anfangen, mir schwere Sachen in die Taschen zu packen und viel trinken und nicht auf die Toilette gehen und solche Dinge, um dann doch noch auf die 50 Kilo zu kommen und spenden zu dürfen. Die Grenze von 50 Kilogramm ist ja nicht ohne Grund gesetzt worden und so würde ich sicher erst spenden wollen, wenn ich mal schwerer bin.
Bei uns ist es so, dass man für Blutspenden ca. 15€ bekommt und für Plasmaspenden ca. 25€. Die Spende muss allerdings in einer bestimmten Klinik erfolgen und nicht bei normalen Blutspendeaktionen des DRK.
Generell finde ich es nicht verwerflich, dass man dies für Geld tut, da den Patienten, die das Blut später bekommen, letztlich egal ist, ob der Spender dafür Geld erhalten hat oder nicht. Beziehungsweise könnte ich mir sogar vorstellen, dass die Empfänger froh sind, dass die Spender eine Kleinigkeit für ihre Spende erhalten haben.
Klar sollte bei Blutspenden eigentlich der soziale Aspekt im Vordergrund stehen und nicht der finanzielle, aber wenn man durch den finanziellen Anreiz zusätzliche Spender anlocken kann, ist das doch eine gute Sache.
Bei den Gewichtsgrenzen würde ich allerdings meiner Gesundheit zuliebe nicht schummeln, da diese ja nicht willkürlich festgelegt wurden und sich ein Grund dahinter verbirgt. Ich wiege selbst unter 50 Kilo und würde deswegen auch kein Blut spenden gehen.
Wenn man selbst schon nicht die Anforderungen erfüllt, dann sollte man auch die Finger davon lassen. Solche Bedingungen werden nicht umsonst aufgestellt. Natürlich ist es eine nette Nebeneinnahme, aber da sollte man auch mal das Gehirn einschalten und an seine Gesundheit denken. Vielleicht hat das ja die Dame mal etwas wachgerüttelt.
Ich gebe ganz offen zu, dass ich auch mal eine zeitlang regelmäßig Blut und auch Blutplasma gespendet habe. Natürlich gegen Geld, denn sonst hätte ich es auch nicht gemacht. Warum? Weil es Zeit brauchte. Gerade so eine Blutplasmaspende dauert schon mal deutlich länger als eine normale Blutspende. Irgendwo möchte man ja auch davon etwas haben. Klar, es ist auch schön, wenn man es einfach so macht, um jemanden zu helfen, aber warum nicht beides kombinieren? Am Ende ist es eine Win-Win Situation für alle Beteiligten. Wenn man damit mehr Leute zum spenden bekommt, dann ist das doch klasse.
Ich finde es völlig legitim, dass Menschen für ihren geringen Aufwand an Blutspende auch etwas verdienen möchten. Es geht hier um einen kleinen Eingriff, den man auch lassen kann, was Krankenhäuser vor Problemen stellen würde. Ich kann nicht verstehen, wieso das Argument "andere Helfen" immer ausreichen soll.
Es gehen auch nicht millionen Menschen draußen herum, schauen wer hungrig ist und verteilen Essen, weil andere hunger leiden. Wieso sollte jemand also kostbares Blut verschenken? Es ist ja nun nicht so, als wenn 25€ dem Institut, wo die Spende stattfindet, weh tut. Das Krankenhaus verdient damit verdammt viel Geld. Man sagt, dass es pro Liter zwischen 200,- bis 300,- Euro sind. Da tun 25€ für einen halben Liter, so viel geht ja glaube ich bei einer Spende "nur" nicht weh.
Hinzu kommt eben auch, dass seltene Blutgruppen einem Krankenhaus auch mehr Geld einbringen und ich finde, da kann man ruhig die Leute für den geringen Aufwand entschädigen. Sei es nun, weil der Student jetzt eine Stunde weniger schlafen kann, weil er weniger lernen und feiern kann oder weiß der Geier.
Plasmaspenden sollen angeblich immer Geld geben. So habe ich es jedenfalls gehört. Wie viel es für den Spender gibt, das weiß ich jetzt nicht und habe ich derzeit auch noch nie gehört.
Es gibt in meinem ganzen Bekannten-, Freundes- sowie Bekanntenkreis nur eine Person die Blut spendet, weil sie danach ein leckeres Frühstück genießen kann. Alle anderen haben aufgehört oder gehen nicht, weil sie dafür nichts bekommen und es aber schon nett finden würden, wenn zwischen 10€ bis 25€ pro Blutspende rausspringen. Ich kann es nachvollziehen.
Klar würden wir das anders sehen, wenn wir dringend Blut bräuchten - so ist es immer. Doch trotzdem wäre der Blutkonservenmangel geringer, wenn man dafür eine kleine Aufwandsentschädigung springen lässt, was wohl niemanden zu weh tun kann.
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