Nachmietersuche - Verkehrslage verschweigen?

vom 18.11.2014, 19:07 Uhr

Ich habe mir vor kurzem mit einer Kommilitonin über das Thema Nachmietersuche unterhalten. Diese hat vor kurzem auch ihre Wohnung aufgegeben, da sie eine Wohnung in der Nähe des Institutes haben wollte. Ich selbst war vor wenigen Monaten in der gleichen Situation und wir beide hatten auch einen guten Grund, warum wir unsere Wohnungen verlassen wollten. Obwohl die Wohnungen eigentlich gar nicht so weit vom Institut entfernt waren, war die Verkehrslage einfach nicht so gut. Mit dem Auto hätte man von mir aus maximal 20 Minuten gebraucht, dass finden die meisten noch sehr akzeptabel. Bei ihr war es nicht anders.

Morgens mit dem Auto zu fahren war aber nicht machbar, da stand man nur im Stau. der Zug war aber auch nicht besser. Oft fielen die Züge komplett aus und wenn man ihn doch nahm, verspätete man sich, da die Züge immer sehr knapp vor der Vorlesung losfuhren. Wollte man pünktlich kommen, musste man aber auch damit rechnen, dass man noch eine Weile alleine im Institut herumsaß, da man dann viel zu früh dran war. Die U-Bahn war leider auch nicht viel besser und die Anbindungen von dort zur Universität waren schlecht. Ansonsten hatte man auch immer das Problem, dass der Bus der an der Wohnung abfuhr ganz oft nicht kam. Im Winter schon gar nicht, denn da liegt ja manchmal eine 2 mm hohe Schneedecke und da ist es ja super gefährlich mit dem Bus. Da kommt der lieber gar nicht.

Ich habe mich dann natürlich schon ein bisschen gemein gefühlt, denn die meisten Bewerber, die sich meine Wohnung angeschaut haben, waren auch Studenten und mussten auch zur Universität. Und alle sind zusammen mit ihren Eltern im Auto gekommen und konnten die Verkehrslage daher auch nicht selbst erfahren. Wenn man sich das ganze aber bei der Fahrplanauskunft der VRS ansieht, dann sieht das schon sehr attraktiv aus und da wird einem auch nicht gesagt, dass das nie so klappt. Ich habe dann aber in der Regel auch nichts gesagt, denn ich wollte ja die Wohnung weitervermieten und vielleicht sind andere ja gar nicht so sensibel wie ich, wenn es um öffentliche Verkehrsmittel geht.

Bei meiner Kommilitonin war das auch nicht anders, diese behielt das Detail auch lieber für sich. Hätte man das jemandem gesagt, dann wäre die Motivation einzuziehen sicherlich nicht sehr groß gewesen und man wäre auf den Kosten sitzen geblieben. Die Nachmieter müssen sich daher selbst ein Bild von der Verkehrslage machen. Wie ist das bei euch, findet ihr es normal, dass man solche Details außen vor lässt oder würdet ihr euch da gekränkt vorkommen? Findet ihr, dass man sowas bei der Nachmietersuche erwähnen sollte?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Schau dir mal normale Wohnungsanzeigen an. Da steht am Ende auch nur drin, ob es rein von der Infrastruktur eine gute Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel gibt. Ob die regelmäßig fahren oder nicht, das wird nie ein Vermieter oder Makler dort mitteilen. Denn es liegt auch nicht in seinem Kompetenzbereich darüber Auskunft zu geben.

Rein von der Theorie her könnte man auch bei ländlichen Angeboten dazu schreiben, dass es an der Bahnstecke zwischen X und Y liegt. Dabei gibt man auch keine Auskunft, ob da überhaupt noch Züge fahren. Das sind, meiner Meinung nach, Dinge, die jeder Bewerber selbst recherchieren muss.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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