Inwiefern hat der Mensch einen Hortungstrieb?
Wenn ich so in meinem Umfeld die Menschen beobachte, fällt mir auf, dass fast jeder von ihnen bestimmte Dinge sammelt oder hortet. Der eine sammelt Bücher. Der andere kann nicht genug Holz bekommen und der nächste hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele verschiedene Biersorten zu besitzen. Das führt mich zu der These, dass irgendwie alle Menschen einen gewissen Hortungstrieb haben.
Man versucht, von bestimmten Dingen immer mehr zu besitzen. Meine Großeltern haben beispielsweise immer sehr viel eingekocht. Im Prinzip konnten sie das gar nicht alles essen, was eingekocht wurde. Dennoch wurde es für schlechte Zeiten gehortet. Was meint ihr zu der Thematik? Gibt es unter allen Menschen eine Art Hortungstrieb? Wie lässt sich so etwas vermeiden?
Bis vor relativ kurzer Zeit war der menschliche Trieb zur Vorratshaltung unabdingbar für das Überleben. Natürlich musste man Teile der Ernte, Lebensmittel und Brennstoff sicher einlagern und gut konservieren, um nicht bis zum Frühjahr zu verhungern. Menschen ohne "Hortungstrieb" hatten da auf Dauer gesehen kaum eine Chance. Auch im Tierreich gibt es genug Beispiele für Vorratshaltung und Sammeltriebe, vom Eichhörnchen bis zum Feldhamster.
Zudem ist es beim modernen Menschen natürlich auch eine Frage des Charakters und der persönlichen Biographie, ob man gerne sammelt und sich wohl fühlt, wenn man das Gefühl hat, gut für die Zukunft vorgesorgt zu haben. Dieses Bedürfnis kann sich auf ganz praktische Vorratshaltung von Brennholz oder Marmelade erstrecken, aber eben auch auf das Sammeln von rein dekorativen Dingen erstrecken.
Ich verstehe auch nicht, wieso man einen "Hortungstrieb" unbedingt los werden oder vermeiden muss, wenn er die Lebensqualität nicht beeinträchtigt. Viele Leute empfinden ihre Sammlung von was auch immer schlicht als entspannendes Hobby und Ausgleich zum Alltag, oder haben einfach Spaß daran, Obst und Gemüse einzukochen und zu verwerten. Schlimmstenfalls haben die Erben beim Entrümpeln ein bisschen Arbeit damit.
Ich habe auch einen kleinen "Hortungstrieb". Ich habe bei mir festgestellt, dass ich gerne Sachen sammle bzw. horte, die länger haltbar sind. Mein Hortungstrieb bezieht sich in erster Linie auf Vorräte von Nahrungsmitteln, die haltbar sind und nicht so schnell verderben.
So lege ich Wert auf einen kleinen Vorrat Zucker, Mehl, aber auch diverse Sorten Nudeln und Reis sowie Gewürze und dergleichen. Auch kaufe ich immer die größten und günstigsten Packungen mit Karotten und zu Hause schäle und würfle ich sie und friere sie dann ein, damit ich Vorrat habe, der nicht schlecht wird. Bei Paprika und Champignons habe ich das Problem nicht, diese Produkte verbrauchen sich bei mir schneller als sie schlecht werden.
Ich finde das sehr entspannend so. Denn wenn ich spontan etwas kochen möchte, dann kann ich auf Vorräte zurückgreifen und muss nicht extra noch einmal los, um Sachen einzukaufen. So ist mein Freund nämlich. Der hat früher nur die Produkte in der Menge gekauft, die er definitiv in einer Woche aufbrauchen würde. Er hielt nichts von Vorräten und hat lieber jede Woche alles neu gekauft was er braucht. Davon halte ich aber nicht viel. Wenn ich ein Schäppchen sehe kaufe ich es gleich, wie beispielsweise bei Nudeln, Reis, Speiseöl oder Mehl. Das wird ja nicht schlecht, das kann man ruhig lagern.
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