Hausarbeiten mit Rechtschreibfehlern unbewertet zurückgeben?
Da das neue Semester nun gestartet hat, erzählten die Dozenten wieder einmal etwas über Hausarbeiten, die dann spätestens nach dem Semester abgegeben werden müssen. Ein Dozent meinte dann auch, dass er sich mit den Kollegen darauf geeinigt hätte, dass sie Hausarbeiten mit Rechtschreib- oder Kommafehlern unbewertet wieder zurückgeben würden. Man hätte dann zwar die Möglichkeit, die Arbeit noch einmal zu überarbeiten und wieder erneut abzugeben, aber trotzdem wäre damit dann schon der erste Versuch weg. Zwei hat man - werden beide nicht bestanden, ist der Kurs eben nicht bestanden.
Dass Hausarbeiten mit groben Rechtschreib- und Kommafehlern nicht benotet werden, kenne ich so auch von meiner früheren Uni. Der Dozent hat aber betont, dass er diesbezüglich keinen einzigen Fehler sehen möchte, genauso wenig Zitierfehler. Es dürfen nur inhaltliche "Fehler", vorhanden sein, sonst wird die Arbeit eben nicht bewertet.
Bisher ist es mir noch nie passiert, dass ich eine Arbeit von mir unbenotet zurückbekommen habe. Mir macht das aber schon etwas Angst, wenn ich ehrlich bin. Rechtschreibfehler sind ja am Computer schnell zu erfassen, aber bei Kommafehlern sieht das schon anders aus. Werden bei euch Hausarbeiten mit Fehlern auch unbenotet zurückgegeben? Wie findet ihr das?
Dass man wirklich gar keinen einzigen Fehler haben darf, finde ich übertrieben streng. Das ist ja fast nicht zu schaffen. Selbst die Rechtschreibprogramme von Word und Konsorten sind ja nicht unfehlbar und haben mir schon richtig dumme Verbesserungsvorschläge gemacht.
Also eine gewisse Fehlerquote einzuräumen fände ich nur fair. Sie können ja aufhören zu korrigieren, wenn sie fünf Fehler entdeckt haben. Da sparen sie sich immer noch viel Arbeit. Ein paar Fehler sind doch menschlich und auch die Professoren sind davor nicht gefeit. Dieser tut aber gerade so, als ob er unfehlbar wäre.
Das sehe ich auch so wie du, wobei der Dozent betonte, dass eben schon ein Kommafehler ausreichen würde, um die Arbeit zurückzugeben. Er meinte, das würde im Master zu den Basics gehören und das müsse man eben können. Und da er sich da ja mit den anderen Dozenten abgesprochen hat, ist das nun leider in jedem Kurs so.
Vielleicht kannst du dich mit Kommilitonen zusammentun, so dass ihr gegenseitig eure Hausarbeiten korrigiert? Wenn jeder das Problem hat, sind bestimmt einige zu so einer Zusammenarbeit bereit, auch wenn es schwierig wird, wenn ihr alle gleichzeitig abgeben müsst. Aber selbst wenn man die Kommaregeln total beherrscht, übersieht man manchmal etwas, wenn man die eigene Arbeit letztlich zehn, zwanzig Mal lesen muss.
Und ich möchte nicht wissen, wie viele Fehler auf der Homepage von der Uni zu finden sind oder in dem, was Professoren so schreiben. Wenn es zu den Basics gehört, muss dann aber auch jede E-Mail von denen einwandfrei sein. Wenn ihr doch mal einen Fehler findet, müsst ihr nachfragen, welcher Regel das denn entspricht. Nicht dass ihr es in euren Arbeiten falsch macht.
Ich würde es vom Studiengang und Semester abhängig machen, ob das angemessen oder zu streng ist. So finde ich es bei einem Master-Studenten der Germanistik durchaus normal, dass er eben gelernt hat, perfekt zu schreiben was Zeichensetzung, Grammatik und Rechtschreibung angeht.
Wenn ein Master-Student da noch Fehler macht, finde ich das mehr als peinlich. Hast du nicht mal erwähnt, dass du Germanistik studiert hast? Dann dürftest du damit ja keine Probleme haben, es sei denn du hattest nur Versager als Dozenten, die dir nichts bei gebracht haben. In dem Fall wäre ein Studium der Germanistik aber auch nicht viel Wert finde ich.
Von jemandem aus einem anderen Studienfach würde ich das nicht als selbstverständlich ansehen und würde das sogar übertrieben finden, wenn man da keine Fehler machen darf. Dazu zählen im Prinzip alle anderen Fächer für mich.
Auch Menschen, die etwas "perfekt" beherrschen, machen Fehler. Ich weiß nicht, wie oft ich schon Tippfehler bei Dozenten auf Folien entdeckt habe. Macht man mal einen Tippfehler, ohne diesen sofort zu bemerken, wird es später schwer, diesen dann zu entdecken, vor allem bei Kommafehlern. Diese werden einem ja auch nicht angezeigt.
Ach ja, du hast ja das mit den anderen Studienfächern erwähnt: Ja, es betrifft auch andere Studienfächer und nicht nur Germanistik, falls du (wie eh und je) sticheln wolltest. Ich habe sehr viele Seminare gemeinsam mit Medienwissenschaftsstudenten, Studenten der europäischen Kultur- und Ideengeschichte oder auch Kunstgeschichte. Diese Regelung gilt für uns alle und womöglich auch noch bei anderen Dozenten, die völlig andere Studienfächer unterrichten.
Ich hätte ehrlich gesagt, egal bei welche Studienrichtung man hat, diese Aussage eines Professors ist einfach nur gemein. Es setzt die Studenten unter Druck und ein Studium ist sicherlich auch ohne so eine Regel schon schwer genug, man muss es ja nicht immer noch ein bisschen schwerer machen. Bei uns sollte man es lesen können und gut ist.
Ich finde es wichtig, dass man keine kryptische Texte schreibt, man muss den Inhalt verstehen und lesen können und dann muss es auch gut sein. Schreibfehler sind schnell gemacht, Kommas sind schnell falsch gesetzt und schon hätte man dann einen Fehlversuch. Zumal das auch diskriminierend ausländischen Studenten gegenüber ist. Diese haben es eh schon schwerer und müssen nun auch noch perfekt schreiben können, das kann man einfach nicht einfordern.
Mir erscheint das übertrieben streng. In meinem Studium war es nicht so und ich habe selbst in der Diplomarbeit an wenigen Stellen Tippfehler drin und dennoch eine 1,0 bekommen. Ich finde, man sollte nicht auf solche Kleinigkeiten fokussieren. Tippfehler sind eben da, das kann vorkommen, manchmal ist vielleicht auch ein Komma falsch, dass hat nichts mit dem Fachlichen der Arbeit zu tun.
Ich finde auch nicht, dass Germanisten perfekt Deutsch schreiben können müssen. Ich hatte im Generale-Studium (fachübergreifende Vorlesungen aus anderen Fakultäten) auch mal Germanistik-Seminare belegt und da ging es wirklich nicht um korrekte Rechtschreibung, sondern eher das Auswerten von Literatur oder Gedichte schreiben. Germanisten sind keine Deutschlehrer.
Wenn ich Arbeiten korrigiere - und ich war ja auch schon Dozent - dann bewerte ich die Rechtschreibung gar nicht, sondern nur den Inhalt. Sonst müsste ich ja beispielsweise ausländische Studierende, die eben nicht so gut Deutsch können, alle schlechter stufen. Das würde ich aber als unfair empfinden.
In meinen Augen ist das ebenso völlig überzogen von den Professoren, Fehler sollten nicht passieren, das ist ganz klar und mit Rechtsschreibprogrammen wird die Fehlersuche deutlich komfortabler, aber eine 0 Fehler Quote inklusive 0 Fehler bei der Interpunktion halte ich für etwas zu hoch angesetzt. Ich könnte es nachvollziehen, wenn man sagt pro Seite dürfen nicht mehr wie 2 oder 3 Fehler sein, sollten es mehr werden, dann wird die Arbeit als unbewertet und damit ungültig zurück gegeben.
In meinem Studium wurde auch sehr viel Wert auf korrekte Rechtsschreibung und Interpunktion gelegt, jedoch haben sich die Professoren darauf verständigt, dass bei übermäßig vielen Fehlern die Noten runtergesetzt wurden und das fand ich persönlich auch sehr gut, denn wer wissenschaftlich arbeiten will, der sollte auch in der Lage sein selber korrekte Texte zu verfassen, die nicht vor Fehlern nur so überquillen. Aber es gibt eben auch noch ein normales Maß welches Professoren ansetzen können oder eben ein völlig übertriebenes und letzteres muss wirklich nicht sein.
Zitronengras hat geschrieben:In meinem Studium war es nicht so und ich habe selbst in der Diplomarbeit an wenigen Stellen Tippfehler drin und dennoch eine 1,0 bekommen. Ich finde, man sollte nicht auf solche Kleinigkeiten fokussieren. Tippfehler sind eben da, das kann vorkommen, manchmal ist vielleicht auch ein Komma falsch, dass hat nichts mit dem Fachlichen der Arbeit zu tun.
Klassische Tippfehler waren bei uns völlig verpönt und bei klassischen Tippfehlern insbesondere in der Diplomarbeit gab es bei uns Notenabzug und das fand ich auch immer sehr gut, denn Tippfehler sollten bei solchen Arbeiten wirklich nicht mehr vorkommen.
In meiner Diplomarbeit habe ich es tatsächlich geschafft 0 Fehler zu haben, aber im Endeffekt auch nur dank meiner Mutter, die alles Korrektur gelesen hat und wirklich fit in Rechtschreibung und Interpunktion ist. Glücklicherweise habe ich meine Arbeit noch nach der alten Rechtsschreibung geschrieben, so das sie gut Korrektur lesen konnte, das habe ich mir natürlich auch zu Nutze gemacht.
Gleiche Regelung galt bei mir im Studium auch und ich fand das nicht schlecht oder gar gemein. Immerhin muss man auch sehen, dass viele ihre Hausarbeiten schlampig ausgearbeitet haben, da wurde einfach nur wild, schnell etwas getippt und nicht mehr geschaut ob das richtig ist. Sicherlich schleicht sich ein Tippfehler schnell mal ein, aber wozu gibt es dann die Korrekturprogramme die auch die Grammatik inzwischen mit kontrollieren. Wird dort schon etwas angezeigt, dann ist es nicht zu viel verlangt sich das nochmals genauer anzuschauen und auch zu korrigieren.
Zudem ich auch erwarte, dass jemand auch eine korrekte Form einhält und der Sprache mächtig ist wenn man etwas aufschreibt und das dann abgibt zum bewerten. Sorgfaltspflicht vom Studenten nennt sich so etwas. Ich sehe es heute auch wenn ich etwas zum korrigieren bekomme, dass man die Wörter teilweise schon gar nicht mehr erkennen kann was das darstellen soll und was der Schreiber damit gemeint hat.
Wir reden hier nicht von Tippfehlern, sondern von kompletten Wortneuschöpfungen die hier Einzug finden und so in keinem Duden zu finden sind. Da kann ich schon erwarten, dass man sich einmal informiert welcher Begriff der richtige ist anstatt einfach etwa zu erfinden und dann auf das Papier zu bringen. Da würde ich mir auch wünschen, dass solche Arbeiten abgelehnt werden oder direkt als durchgefallen benotet werden dürften. Das sind richtige Vergewaltigungen der Sprache was ich hier teilweise auf meinem Tisch liegen habe.
Man erkennt ganz klar, wer sich hier Mühe gemacht hat und das ganze noch einige male gelesen und korrigiert und wer auf den letzten Drücker am Vorabend noch schnell etwas zusammen getippt hat und nicht einmal das Rechtschreibprogramm darüber hat laufen lassen. Aber wenigstens das kann man doch von einem erwachsenen Menschen erwarten, der die angeblich gebildetste Schicht von morgen sein möchte. Da kann man so etwas nicht einfach hinnehmen und tolerieren in meinen Augen. Daher finde ich diese Regelung fair und richtig, denn jeder hat die Möglichkeit korrekte Hausarbeiten abzugeben von der Rechtschreibung und Grammatik her.
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