Hat euer Kind schon eine Sprachheilreha machen müssen?

vom 29.01.2016, 22:15 Uhr

Mein Sohn hat sehr große Sprachdefizite. Er war als Baby schon sehr schweigsam. Als dann feste Nahrung dazu kam, konnte er alles, was etwas stückiger war, nicht essen. Er würgte davon, weil er nicht kauen konnte. Mit zwei Jahren konnte er immer noch nicht sprechen, nur Mama und Papa. Ansonsten unterhielt er sich mit seiner eigenen, ausgedachten Zeichensprache und machte Geräusche.

Es wurden etliche Untersuchen mit ihm gemacht. Er leidet am ganzen Körper unter einer Hypotonie der Muskeln. Auch im Gesicht und Mundbereich sind seine Muskeln schlapp. Zudem kann er viele Muskeln dort nicht bewusst steuern. Er muss die gleichen Bewegungen immer und immer wieder üben und nach Wochen oder Monaten setzt dann endlich der Automatismus ein.

Bei den Untersuchungen kam dann auch heraus, dass er chronische Paukenergüsse hätte und das, obwohl wir alles drei Monate dort zur Kontrolle waren. Ihm wurden dann in einer Operation Röhrchen in die Ohren gesetzt und die Polypen entfernt. Er hörte sofort danach besser, alles viel lauter.

Er ist mittlerweile seit zwei Jahren bei der Logopädin und macht super Fortschritte. Sein Sprachverständnis und sein Wortschatz sind überdurchschnittlich. Aber es hapert noch ganz doll an der Aussprache. Wir verstehen ihn größtenteils, aber eben nur dann, wenn er langsam spricht. Spricht er mehrere Sätze hintereinander, dann versteht man gar nichts mehr. Er wird dann leiser und nuschelt extrem, hinzu kommen dann noch Buchstaben, die er nicht kann.

Nun hat er noch ein Jahr, bis er zur Schule kommt. Und obwohl er schon sehr starke Fortschritte gemacht hat, mache ich mir Gedanken. Er wird definitiv auf eine Regelschule gehen. Nur ist es so, dass ich mal hörte, dass jemand, der nicht richtig sprechen kann, auch nicht richtig schreiben lernen kann. Und davor habe ich angst.

Nun habe ich vor Ewigkeiten bei Recherchen im Internet eine Klinik gefunden, die auf Kinder mit Problemen bei der Sprache spezialisiert ist. Hier werden Kinder vier Wochen lang täglich stundenlang therapiert mit, angeblich, einer hohen Erfolgsquote.

Nun wollte ich von euch wissen: Habt ihr Kinder, die solch eine Reha schon einmal gemacht haben oder kennt ihr welche? Wart ihr vielleicht zufällig selber auf solch einer Reha? Ich kenne nämlich leider niemanden, der das schon mal gemacht hat.

» Liana » Beiträge: 816 » Talkpoints: 12,72 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich würde da nun ehrlich gesagt nichts erzwingen. Wenn er schon in Behandlung ist, sollte man es da mal ansprechen und nachfragen, was man da noch machen kann, aber er wird einfach Zeit brauchen. Ich meine, wenn er ein Jahr später in die Schule kommt, ist es eben so, das wäre doch auch nicht schlimm und passiert ja auch anderen Kindern und nicht nur deinem Sohn.

Kinder entwickeln sich ja auch nicht alle gleich schnell und gerade wenn man so ein Problem hatte, dauert es nun mal bis man vernünftig sprechen kann. Das dauert dann einfach ein bisschen und da kann man mit Druck sicherlich auch wenig erreichen und so eine Reha mit ständigen Übungen lässt sicherlich zu viel Druck entstehen. Das kann man später immer noch mal machen, meiner Meinung nach. Man sollte das aber wirklich mit dem behandelnden Logopäden besprechen, da diese ja auch Adressen kennen, an die man sich wenden kann.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich habe bereits mit mehreren Therapeuten über so eine Sprachheilreha gesprochen. Einerseits mit unserer Logopädin, andererseits mit der Logopädin im Sozialpädiatrischen Zentrum, wo er immer getestet wird, und auch mit der Amtsärztin, die ihn beim Gesundheitsamt regelmäßig untersucht.

Alle drei sagten, dass diese Sprachheilreha eine tolle Sache wäre und dass die Klinik, die ich mir ausgesucht hatte, top sei. Unsere Logopädin sagt, wir können es machen, müssen es aber nicht machen; die Logopädin im SPZ sagt, wenn ich die Möglichkeit hätte,alles unter einen Hut zu bekommen, könnte ich es tun, denn immerhin ist man vier Wochen am Stück weg; und die Amtsärztin sagt das gleiche wie unsere Logopädin.

Da ich mir nun nicht genau sicher bin, wollte ich gerne wissen, ob jemand mit dieser Art von Therapie Erfahrungen hat. Soweit ich weiß, werden die Kinder da nicht so hart therapiert, dass sie am Boden kriechen und keine Lust mehr haben und sich unter Druck gesetzt fühlen. Diese Therapien sind spielerische Therapien. Es wird geritten und geschwommen, es werden Ballspiele und andere Spiele gespielt.

Meinen Sohn könnte ich leider nicht ein Jahr später einschulen lassen. Er ist zum Schuljahresbeginn bereits sechs Jahre alt und wird kurz darauf sieben. Hier ist es so, dass Kinder, die zum 30.06. eines Jahres sechs Jahre alt sind, in die Schule eingeschult werden müssen. Es gibt keine Möglichkeit auf Zurückstufung um ein Jahr. Diese Zeiten sind leider vorbei.

Das ist ja eben die Sache, die mir da Gedanken macht. Er muss auf jeden Fall eingeschult werden und die Therapie in der Klinik geht vier Wochen. Während der Schulzeit könnte ich meinen Sohn nicht einfach aus der Schule nehmen und in den Sommerferien ist die Rehaklinik immer schon etliche Zeit vorher komplett ausgebucht.

Ich hatte gehofft, dass hier jemand Erfahrungen damit hat, um mir zu sagen, ob sich diese Reha wirklich so sehr lohnt, wie man im Netz liest. Denn richtige Erfahrungsberichte haben alle Therapeuten auch noch nicht, sie haben es auch bisher nur gehört.

» Liana » Beiträge: 816 » Talkpoints: 12,72 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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