Gegen ärztlichen Behandlungsfehler vorgehen
Aufgrund eines positiven Schwangerschaftstest war ich im letzten Jahr bei meiner Gynäkologin vorstellig. Im Laufe der Behandlung konnte bei steigenden HCG-Werten trotzdem keine intakte Schwangerschaft festgestellt werden. Ich war bis zur 8. Schwangerschaftswoche insgesamt 2 Mal im Krankenhaus und unzählige Male bei meiner Ärztin vorstellig, weil ich diverse Beschwerden hatte.
Ich möchte nicht so weit ins Detail gehen, aber das Ende der Geschichte war eine Eileiterschwangerschaft in der 8. Schwangerschaftswoche die mit einer Notoperation geendet hat. Für mich war das die 1. Schwangerschaft und zugleich eine der schlimmsten Erfahrungen die ich im Leben machen musste.
In der letzten Woche vor der Notoperation bin ich mit Schmerzen und Blutungen bei meiner Ärztin vorstellig geworden. An diesem Notfalltermin hat meine Ärztin alle möglichen Untersuchungen vorgenommen. Sie hat keine neuen Erkenntnisse über den Entwicklungsstand der Schwangerschaft erlangen können und die Sache quasi abgehakt. In der darauffolgenden Woche sollte ein Termin zur Ausschabung vorgenommen werden.
Mit der Tatsache, dass die Schwangerschaft nicht intakt gewesen ist konnte ich mich auseinandersetzen. Es ist zwar sehr traurig, aber eben auch einfach der Lauf der Natur.
Jedoch habe ich es nicht für richtig empfunden, dass die Frauenärztin mich aufgrund der Schmerzen nicht früher in die Praxis zu sich bestellt hat. Nach dem Notfalltermin erfolgte lediglich nur ein Telefonat bezüglich der Blutwerte und der generelle Untersuchungstermin 2 Tage später (ein Donnerstag) wurde abgesagt und auf den darauffolgenden Montag verschoben.
Ich denke wenn eine weitere Untersuchung stattgefunden hätte, dann wären mir wenigstens ein paar Tage Schmerzen erspart geblieben. Meiner Meinung nach hat meine Ärztin nicht alles mögliche getan, um eine Eileiterschwangerschaft frühzeitig auszuschließen oder festzustellen.Ich weiß allerdings auch dass Eileiterschwangerschaften in der Regel nicht so einfach zu diagnostizieren sind.
Der Vorgang liegt seit fast einem Jahr nun schon bei der Ärztekammer. Seitens der Ärztekammer werden jetzt Gutachten erstellt, um Behandlungsfehler festzustellen oder auch auszuschließen. Sollte das Gutachten positiv für mich ausfallen, dann werde ich wohl auch gerichtlich gegen die Ärztin vorgehen.
Sicherlich möchte ich hier keine Beurteilung des Sachverhaltes von euch hören. Dazu fehlen auch unzählige Details. Mich würde interessieren, ob bei euch auch schon einmal ein Behandlungsfehler begangen worden ist und ob ihr dagegen vorgegangen seid. War das Ergebnis positiv oder negativ? Was haltet ihr generell davon gegen Ärzte vorzugehen?
Sicherlich gibt es auch in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis auch Menschen, die mal falsch behandelt wurden sind. Am schlimmsten war für mich ein Fall, bei dem ein Demenzkranker mit wirklich extrem schlechten Überlebenschancen und keiner richtigen Hoffnung noch eine Kompletternährung gegen seinen Willen bekommen hat. Damit hat sich das Ganze nur künstlich in die Länge gezogen und weil er keine Schmerzmedikamente bekommen durfte musste er sich auch noch quälen.
Dagegen vorgegangen sind wir nicht. Warum weiß ich gar nicht. Wahrscheinlich weil man einfach auch zu sehr in diesem traurig sein gefangen war in der Situation. Ich drücke dir aber für deinen Fall die Daumen, dass dir alles bescheinigt wird und du dir dein Recht holen kannst. Dass du damals nur eine Eileiterschwangerschaft hattest und dann auch damit so einen Ärger hattest tut mir sehr leid für dich. Ich hoffe, dass du, wenn der Zeitpunkt dann passt, irgendwann eine schöne Schwangerschaft hast, die du genießen kannst und bei der alles gut geht.
Die Bundesärztekammer kann man in diesem Fall komplett vergessen, diese stellen nur selten ein Gutachten aus, welches den Kollegen dann als Pfuscher hinstellt. Denn dann müssten diese weitere Konsequenzen einleiten, und das machen sie einfach nicht. Die Bundesärztekammer ist für mich ohnehin nichts weiter als ein Stammtisch von Ärzten, die großartig nichts machen, gegen alles sind was anderes medizinisches Personal betrifft und ihren Aufgaben schon lange nicht mehr gerecht werden.
Von daher, ich habe mich bei Behandlungsfehlern erst an diese gewendet, wenn ich bereits die Gutachten in der Hand hatte. Diese habe ich privat in Auftrag gegeben, das ging deutlich schneller als ein Jahr bis überhaupt mal etwas passiert ist. Dann mussten sie direkt handeln und den Arzt entsprechend abnahmen oder auch die Approbation entziehen. Auf diesen Saftladen würde ich mich niemals verlassen.
Aber ansonsten kann ich deinen Frust und Ärger schon verstehen, wer jedoch Schmerzen hat und es nicht zum aushalten ist, der wartet auch nicht bis einmal ein Termin in der Praxis frei wird oder bis der Frauenarzt jemanden einbestellt. Dafür gibt es die Notfallambulanzen der Klinik an die man sich rund um die Uhr wenden kann, in Unikliniken darf man sogar nicht einmal abgewiesen werden. Ich hätte gar nicht erst die ganzen Tage abgewartet sondern mich in die Klinik gesetzt und wäre dort auch erst wieder gegangen, wenn entsprechend gegen die Schmerzen behandelt worden wäre.
Ich habe eure Beiträge mit Spannung gelesen und würde mich freuen, wenn ihr meine Situation einfach mal genauer beurteilen würdet. Mal abgesehen davon habe ich auch die Befürchtung, dass sich die Ärztekammer auf die Seite der Ärzte schlagen wird bzw. die Gutachter die von der Ärztekammer beauftragt werden.
Da ich vor der Eileiterschwangerschaft bereits wegen eine psychischen Erkrankung (Depression) und einer Essstörung in Behandlung gewesen bin, weiß ich nicht in wie weit dies vielleicht bei einem Verfahren berücksichtigt werden kann. Ich habe ab dem Tag an dem der Test positiv anzeigte nach Absprache mit meinem Neurologen/Psychiater die Antidepressiva komplett ohne Ausschleichung abgesetzt und habe die folgenden Wochen auch unter starken Nebenwirkungen gelitten und war psychisch instabil. Der Frauenärztin habe ich von den psychischen Problemen und der Medikation erzählt und das ich die Tabletten absetzen wollte wegen der Schwangerschaft. Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich vorab noch nie bei dieser Gynäkologin gewesen bin. Ich hatte nach dem Gespräch das Gefühl, dass die Ärztin mich auf meine psychischen Probleme abgestempelt hat.
01.03.2015 positiver Schwangerschatfstest
02.03.2015 Vorstellung in der Frauenarztpraxis (SS noch nicht sichtbar)
02.03.2015 Antidepressiva nach Rücksprache vollständig abgesetzt
12.03.2015
Kontrolltermin (Verdacht auf nicht intakte SS da Blutwert gestiegen, Schmierblutung sichtbar aber Fruchtblase nicht erkennbar).
13.03.2015
Vorstellung im Krankenhaus aufgrund psychischer Probleme und Unterleibsschmerzen. Ich wurde auf eignen Wunsch wieder nach Hause entlassen. Nach Absprache durfte ich aber am 14.03.2015 zur erneuten Untersuchung wieder im Krankenhaus vorstellig werden.
14.03.2015
Erneuter Ultraschall und Kontrolle der Blutwerte. Insgesamt 3 Ärztinnen im Untersuchungsraum. Auf dem Ultraschall war etwas zu erkennen, aber es war nicht sicher ob es sich hierbei um die SS handelte.
16.03.2015
Mit Blutwerten aus den Krankenhaus wieder zur Frauenärztin um mir dort ein Medikament gegen Blutungen abzuholen. Kein Hinweis vom Krankenhaus an mich oder an die Frauenärztin auf den Verdacht einer Eileiterschwangerschaft erfolgt.
17.03.2015
Notfallmäßig wieder beim Frauenarzt vorstellig. Konnte an dem Tag kaum laufen und war nur am heulen. Ultraschall wurde gemacht und die Aussage der Frauenärztin war "da wächst halt was". Es wurde wieder Blut abgenommen und ich wurde nach Hause geschickt.
18.03.2015
Anruf von der Frauenärztin bezüglich der Blutwerte. Der Wert deutet auf eine nicht intakte Schwangerschaft hin. Eine Ausschabung sei nicht notwendig. Der normale Kontrolltermin am darauffolgenden Tag wurde von der Frauenärztin abgesagt. Es wurde ein neuer Termin für den 23.03.2015 vereinbart. Für dieses Telefonat gibt es eine Zeugin.
20.03.2015
Einsetzen von frischen Blutungen mit Unterleibsschmerzen (dachte die Frauenärztin hatte Recht und das die SS abgeht und bin deshalb nicht noch einmal zum Arzt gegangen).
21.03.2015
Abermals frische Blutungen und meine Mutter hat mich dann ins Krankenhaus gebracht. Stationäre Aufnahme 01:03 am Folgemorgen.
22.03.2015
Verdacht auf Eileiterschwangerschaft wurde morgens um 09:00 Uhr eröffnet. So schnell bin ich noch nie in einem Operationssaal gelandet! Im Folge der Eileiterschwangerschaft wurde der linke Eileiter entfernt.
Schwierig zu beurteilen was Gutachter dazu sagen werden, mit der psychischen Geschichte die im Vorfeld gelaufen ist, kann man darauf natürlich einiges schieben und auch ableiten. Was du allerdings nicht geschrieben hast, was aber auch ausschlaggebend ist, als du den Test gemacht hast welche errechnete Schwangerschaftswoche wäre es gewesen?
Denn eine Eileiterschwangerschaft ist nicht ohne weiteres zu erkennen, gerade ganz am Anfang verhält sich diese nicht anders als eine intakte Schwangerschaft. Auch die Fruchthülle muss man Anfangs noch gar nicht sehen, es kommt darauf an, wann du das erste mal beim Frauenarzt warst und was dieser als Woche und Tag angegeben hat.
Problem bei der Sache ist auch, dass du auf eigenen Wunsch das Krankenhaus verlassen hast bei deinem ersten Termin. Kann dir ebenfalls negativ ausgelegt werden, auch wenn nach Absprache hinterher wieder ein Termin dort gegeben worden ist. Mit Schmerzen nach Haus gehen auf eigene Verantwortung, dafür hast du unterschrieben wie auch für die weiteren Folgen. Das Krankenhaus ist somit fein raus.
Frauenarzt selbst zu belangen ist auch schwer dafür, er hätte dich lediglich zur weiteren Abklärung an eine Klinik überweisen können wenn er es selbst nicht diagnostizieren kann oder sich unsicher ist, zwecks der zweiten Meinung. Nachdem du aber selbst ins Krankenhaus gegangen bist und dir dort die zweite Meinung eingeholt hast, kann sich der Frauenarzt auch auf dessen Untersuchungsergebnisse berufen die das offenbar auch nicht festgestellt haben.
Kurzum man wird dich vermutlich abspeisen mit bedauerlicher Einzelfall, kommt nicht wieder vor, wir werden unsere Qualitätsstandards nochmals überarbeiten und ihre Kritik zu Herzen nehmen. Einen solchen Brief wirst du wohl bekommen, mehr aber auch nicht. Frauenarzt und Krankenhaus werden sich gegenseitig den schwarzen Peter zustecken und sich darauf berufen, dass du dich selbst aus dem Krankenhaus entlassen hast. Zudem hast du den einen Tag noch abgewartet anstatt zum Arzt zu gehen, auch dort wird man dir das Verhalten unter die Nase reiben. Ich würde mir nicht zu viel erwarten, denn dein Fall lässt sehr viel Interpretationsfreiraum offen für jede Seite.
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