Erdbebenregionen als Wohnort meiden?
Es gab ja vor etwas über einer Woche dieses heftige Erdbeben in Nepal, bei dem mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen sind. Dort sind sehr viele Häuser eingestürzt, die Infrastruktur ist vollkommen zerstört und es fehlt an medizinischer Versorgung.
Offenbar haben die Menschen vergessen, dass es überhaupt eine Erdbebenregion ist, weil das letzte Erdbeben sehr viele Jahrzehnte her ist und je länger eine Naturkatastrophe (in Form von Überschwemmung, Erdbeben oder Vulkanausbruch) ausbleibt, desto unwahrscheinlicher halten dies die Anwohner und die Gefahr wird unterschätzt. So kann es eben dazu kommen, dass keine Sicherheitsmaßnahmen (in diesem Fall erdbebensichere Bebauung) eingeleitet wurden, wodurch die Schäden verstärkt werden.
Ich hätte kein Problem damit in eine Gegend zu ziehen, die möglicherweise von Vulkanismus geprägt ist. So lebe ich etwa 90km von der Eifel entfernt, die als letzter Vulkan in Deutschland gilt. Ich weiß ganz genau, dass die wissenschaftliche Überwachung in Bezug auf Vulkane sehr gut ist und man (wie beispielsweise beim Mt St. Helens in den USA) sehr gute Frühwarnsysteme hat und dadurch alle Anwohner gerettet werden können. Bei Erdbeben gibt es solche Frühwarnsysteme auch, allerdings wird man da sehr kurzfristig gewarnt (höchstens Sekunden oder wenige Minuten) und kann keine Prognose über mehrere Stunden oder Tage im Voraus machen wie das bei Vulkanen der Fall ist.
Würdet ihr persönlich in ein Gebiet ziehen, das zu den Erdbebenregionen zählt? Oder wäre euch das zu gefährlich?
In Nepal gibt es keine erdbebensichere Bebauung, weil das Land grauenhaft arm ist. Die haben das bestimmt schon längst erkannt, haben aber einfach nicht die Mittel dazu, etwas zu ändern.
Und wegziehen ist auch einfacher gesagt als getan. Vor Jahrhunderten hätte man solche Flecken Erde womöglich gemieden, wenn es Aufzeichnungen und Wissen über die Entstehung von Erdbeben gegeben hätte. Aber heute, wo das Wissen da ist, geht das einfach nicht mehr mit der wachsenden Bevölkerung. Gerade in armen Ländern kann die Bevölkerung auch nicht einfach ihre Sachen packen und das Land verlassen, woanders neu anfangen. Auch der Familienzusammenhalt ist dort stärker. Die älteren Menschen wollen oder können aber nicht mehr umziehen und man muss bei ihnen bleiben. Was natürlich zu einem Teufelskreis werden kann.
Außerdem gibt es generell einfach mehrere Faktoren für oder gegen einen Wohnort als nur das Erdbebenrisiko. Wenn man zufällig dort geboren wurde, ist es eben die Heimat, alle Verwandten und Freunde leben dort. Woanders wäre man jeden Tag ein Fremder. Gut, das lässt das Haus nicht einstürzen, aber man muss es auch berücksichtigen.
Wenn man überlegt, in ein Erdbebengebiet zu ziehen, gibt es auch viele Faktoren. Warum gerade dort und nicht woanders? Wenn dort der Traumjob winkt. Wenn dort der Partner lebt. Wenn es nur dort die Affenart gibt, die man erforschen will. Soll man sich wirklich davon abhalten lassen, weil eventuell ein Erdbeben geschehen könnte, Zeitpunkt und Stärke unbekannt.
Mir ist das irgendwie zu unkonkret. Man muss sich natürlich über die Gefahr informieren. In manchen Gegenden ist es sehr viel wahrscheinlicher und die Erdbeben stärker als in anderen. Aber grundsätzlich würde ich es nicht ausschließen. Im Leben zählt mehr als nur die Sicherheit. Am sichersten wäre es in einer Gummizelle zu leben und dennoch gehen wir jeden Tag raus. Also je nachdem, was mich da hinzieht, könnte dieser Grund durchaus mehr wiegen als die Angst.
Auch wir sind mittlerweile nicht mehr sicher, man sieht ja die vielen Tornados die bereits in unseren Graden auftreten. Das wird immer schlimmer werden, wir haben nur Glück das wir so stabile Häuser haben, im Vergleich zu den USA, wo die Häuser meist aus Holz sind.
Auch gab es bei uns schon starke Erdbeben mit Stärke 6+, das bekannteste ist das in Basel im Jahre 1356. Das nächste Erdbeben wird kommen. Ich denke wenn die Häuser in der Region stabil gebaut sind, gäbe es für mich keinen Grund die Region zu meiden.
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