Asbest in alten Häusern - Schock bei Renovierung
Gestern lief ein Bericht im Fernsehen über Asbest in alten Häusern und Wohnungen. Erst, wenn man diese Wohnung renovieren will, kommt oft das Übel zum Vorschein und die Renovierung wird zur Restaurierung. Denn das ganze muss von einer Spezialfirma abgetragen werden und auch entsorgt werden.
Ist euch das bei der Renovierung eures Eigenheims auch schon vorgekommen, dass ihr Asbest entdeckt habt und dass ihr eine Firma beauftragen musstet? Kann man Asbest denn auch sofort erkennen?
Asbest ist gefährlich, dem stimme ich zu. Trotzdem sollte man nicht überreagieren wenn man erfährt dass im eigenen Haus asbesthaltige Materialien verbaut wurden. Asbest war früher der ultimative Baustoff, deshalb ist eher unwahrscheinlich wenn man keinerlei Asbest in einem alten Haus findet. Wer heute einfach nur über die Straße läuft muss immer noch damit rechnen ein paar Asbestfasern abzubekommen. Das ist einfach so und gehört leider zum allgemeinen Lebensrisiko. Ich finde mit einem Schock hat das nichts zu tun, es ist völlig normal.
Anhaltspunkt über die Verwendung asbesthaltiger Materialien könnte das Errichtungs-Datum des Hauses sein. Gebäude die um 1900 gebaut worden sind weisen eher weniger solche Materialien auf, in den Dreißigern begann man mit dem Material zu experimentieren und die Blüte hatte es bis Anfang der Siebziger. Danach gab es ein Verwendungsverbot. Das heißt aber nicht dass durch nachträgliche Sanierungen während der langen Lebensdauer der Häuser nicht doch noch etwas verbaut wurde.
Fakt ist aber dass es relativ ungefährlich ist so lange man es nicht anfasst und es nicht den verschiedensten Umwelteinflüssen ausgesetzt wird. Ich denke da sofort an die alten Abwasser- und Regenrohre die mit Erde überdeckt sind und die ständig feucht gehalten werden. Da kann eigentlich nichts passieren.
Anders sieht es mit dem natürlichen Abrieb bei den ebenen Asbestplatten und auch bei den berühmt-berüchtigten Wellasbestplatten auf den Dächern aus. Wenn man genau hinschaut dann kann man die faserige Struktur sehr gut erkennen. Wer sich unsicher ist kann eine Ecke abkratzen und eine Probe an bestimmte Prüflaboratorien schicken. Solche Platten findet man besonders in und auf Garagen, in Kellerräumen und unter den Fenstern. In manchen Gegenden sind auch Fassaden- und Balkonverkleidungen aus Asbestzement sehr beliebt gewesen.
Bei uns im Keller waren früher noch die Heizungsrohre mit Mineralwolle und asbesthaltigem Dämmmaterial (Kieselgur) umwickelt, alle Dichtungen am Heizkessel und am Backofen waren asbesthaltig und selbst unter der Fensterbank und unter den Dachziegeln hatte ich Asbestpappe gefunden.
Ein DDR-typisches Problem sind auch die Morinol-Fugen der Plattenbauten und der asbesthaltige Fußbodenkleber und der asbesthaltige Fußbodenbelag. Der Westen war aber auch nicht besser, dort wurden ebenfalls solcher Fußbodenbelag samt Kleber verwendet und auch Asbestpappe als Trittschalldämmung eingesetzt.
Heutzutage dürften die meisten dieser Stoffe durch den natürlichen Verschleiß schon längst Geschichte sein, aber asbesthaltige Fensterbänke oder Blumenkästen sehe ich immer wieder, ebenso wie die alten Nachtspeicheröfen. Letztere sind übrigens aus unerfindlichen Gründen sehr teuer in der Entsorgung. Mein Bruder hat 8 Stück davon in seiner Scheune stehen die der Vorbesitzer dort abgestellt hatte. Nach seiner Auskunft soll das wohl um die 3000€ pro Stück kosten.
Wer vor hat sich des Problems anzunehmen der sollte beachten dass ein Überbauen verboten ist. Also entweder alles so lassen oder vor dem Umbau demontieren. Selber machen ist durchaus erlaubt, aber nur unter Einhaltung bestimmter staubarmer Verfahren. Wer sich nicht daran hält begeht eine Umweltstraftat.
Beim Entfernen werden oft wesentlich mehr Asbestfasern freigesetzt als wenn man alles so belässt, wie es ist. Da darf auch nicht jeder Dachdecker dran, sondern es muss eine Spezialfirma her, entsprechend hoch sollen die Kosten sein. Also mich würde es schon schockieren, wenn ich ein Haus gekauft hätte und im Nachhinein mit Asbest konfrontiert würde.
Eine Bekannte hatte auf dem Balkon ihrer Mietwohnung (ein Haus aus den 70er-Jahren) eine Asbestplatte, die die Vermieterin zunächst dort belassen wollte, dann von einem "Feld-, Wald- und Wiesendachdecker" (also keinem Spezialisten) ummanteln ließ. Meine Bekannte hat sich inzwischen eine neue Wohnung gesucht. Sie musste ständig daran denken, wie oft sie nichts ahnend auf dem Balkon gesessen hatte.
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